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Persönliches:

Mitte Januar 2001 habe ich ein Cochlear Implantat des Typ`s "COMBI40+
der Firma MED EL auf der linken Ohrseite implantiert bekommen.
Diese Operation führte
Prof. Dr. Gudziol mit seinem Team von der Jenaer Hals-Nasen-Ohrenklinik durch.
Prof Eggert Beleites tat dies auch im Wechsel mit Prof. Dr. Gdziol. 
Leider starb er zu früh an einem Krebsleiden.

Als ich meine EU-Rente 1998 (seit 1992)nach jahrelanger Arbeitslosigkeit beantragte
(zwischendurch mal auf ABM-Basis gearbeitet), mußte ich auch wegen der nötigen Formalitäten zum HNO-Arzt.
Hier mußte meine Hörbehinderung bestätigt werden und eine Empfehlung und Überweisung zur HNO-Klinik Jena auf Eignung für ein CI folgte.
Die Voruntersuchungen erbrachten ein positives Ergebnis und
Mitte Dezember 2000 war dann der Operationstermin.

Ein grundlegender Wandel sollte mein weiteres Leben bestimmen, weil vieles Neues und Ungewohntes durch ein künftiges neues Hören hinzukam.
Nach 4 Wochen der Abheilung der Operationsnarbe
(Januar 2001) wurde der CI-Sprachprozessor (SP) von Herrn Dr.-Ing. Thomas Braunschweig von der Phoniatrie Jena angepaßt und erstmals eingestellt. 
An der
Nachbetreuung hat auch Frau Dr. Oberärztin Schelhorn-Neise Anteil.
In 
weiteren Zeitabständen präzisierten sich diese Einstellungen am SP. Irgendwann kommt dann auch der Zeitpunkt, der die Grenzen der möglichen, angestrebten Hörkurve aufzeigt. Das Hören mit dem CI kann bei jedem CI-Träger abweichen, da es gewisser persönlicher Voraussetzungen bedarf wie

~vorhandene Erfahrungen von Hör- und Sprachentwicklung 
~Lernbereitschaft 
~Nutzung von geeigneter Hilfstechnik 
~Streben nach
Verbesserung

Nur einiges genannt!

Und zurück in meine Kindheit, in der meine Hörverschlechterungen begannen: 


Ursache war eine im Alter von 3 Jahren durchgestandene Kehlkopfdiphterie, die gerade in den Kriegjahren (etwa 1944) auftrat. Kurz nach Operation im Breslauer Krankenhaus wurden meine Mutter und meine 2 Geschwister von Neisse/Oberschlesien per Güterwaggons nach Mecklenburg evakuiert, denn die Russenfront rückte immer näher. In Mecklenburg /Krenzliner Hütte wurden wir zeitweilig auf einem Bauernhof  untergebracht.
Einige Zeit später holte unser Vater, der in Malente-Gemsmühlen in englischer Gefangenschaft geriet und im Lazarett war und danach durch den damaligen Suchdienst uns fand, nach Lutherstadt Wittenberg. Dort waren nämlich seine Verwandten hingekommen. Meine Mutter ihre Verwandten waren in Oberschlesien geblieben.

Als ich eingeschult wurde in die August-Bebel-Schule Wittenberg, ahnte keiner,  daß es mich mal schwer treffen könnte.
In der
5. Klasse, stellte mein damaliger Klassenlehrer (Herr Schulz) fest, daß ich schwerhörig war. Das war der Beginn meines Leidenweges zum Thema "hörbehindert sein". Ich kam deshalb schlecht im Unterricht mit, denn Hörgeräte gab es noch nicht.

Ich wurde daher in die im Aufbau befindliche Schwerhörigenschule in Halle / Saale umgeschult. Dort lernte ich das Ablesen vom Mund, welches mir den Kontakt mit Menschen eröffnete.
Mit 14 Jahren bekam ich den
ersten Hörsturz. Ich war innerhalb von 10 Minuten stocktaub geworden und keine Hilfe war damals (1955) möglich.
Verschiedene Medikamente wurden getestet. Man wußte auch
nicht warum, weil man in der
HNO-Forschung bzw. Medizin noch nicht so weit war

Ein halbes Jahr später besserte sich von selbst das Gehör aber es wurde qualitativ nicht mehr wie früher. So ging es in bestimmten Zeitabständen noch 3 mal mit den Hörstürzen weiter, bis ich eine hochgradig an Taubheit angrenzende Schwerhörigkeit hatte. 
Ich hatte im Laufe der Zeit die Kontrolle über meine Sprache verloren.
Als ich das
30. Lebensjahr erreichte, war ich auf dem linken Ohr taub und rechts wie oben schon geschildert und trug jahrelang extrem starke Hörgeräte auf dem rechten Ohr. Das vom Mund ablesen kombinierte ich mit meiner Resthörigkeit. 
Auch mit dem CI
kombinierte ich mit dem CI und einem HdO-Gerät.  Heute trage ich nur noch das CI (OPUS2).

Es bringt mir viel. Aber wehe, es fällt das CI aus, dann wird es wieder problematisch. 
Die Taubheit ist gleich wieder da !  
Batteriewechsel, Störungen am CI, Feuchtigkeit bzw. Nässe, ärztliche Untersuchungen etc. sorgen für zeitweilige Kommunikationsprobleme.

Anfangs konnte ich in einer Trockenkapsel (Dose mit Tabletten) das feuchtgewordene CI wieder trocknen lassen aber das dauerte seine Zeit bis man wieder das CI verwenden konnte.
Heute benutze ich seit Juni 2010 ein elekrisches Trockengerät aus den USA. Es nennt sich "ZEPHYR". Das ist ganz gut und empfehlenswert. Man muß es jedoch selbst bezahlen, es sei, man bekommt die neue Grundausstattung. Dort ist es dabei.

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Nach 48 Jahren Taubheit begann dann mein "neues Hören" auf dem linken Ohr. 
Ich bin mit dem derzeitigen Ergebnis sehr zufrieden und
bereue diese Operation nicht.
Seit Beginn meiner Hörstürze hatte ich auch
Tinnitus, beiderseits; denn ich stellte fest, daß auf jeder Ohrseite ein anderes Geräusch vorhanden war. 
Es war anfangs in der
Empfindung grauenhaft und nervtötend und ich dachte wirklich, daß ich davon verrückt werde. Kein HNO-Arzt konnte mir helfen; nur Achselzucken! 
Im Laufe der Zeit lernte ich aber
mit dem Tinnitus zu leben, denn ich mußte ihn ja akzeptieren, wenn ich normal bleiben wollte. 

Nach der Einbringung des Implantates machte ich eine freudige Feststellung: 
Im Zusammenhang mit der Elektrodeneinbringung durch die Hörschnecke verschwand auch der Tinnitus im linken Ohr. Auf der rechten Ohrseite empfinde ich ihn noch!

Meist müssen diese Tinnitus-Therapien auch selbst bezahlt werden, denn die Krankenkassen bezahlen selten diese Therapien, weil diese Therapien in den meisten Fällen auf Dauer nicht erfolgsversprechend sind.
Auch eine Akupunktur hilft nur kurzzeitig bei einigen Betroffenen. 
Solange die Ursache des Tinnitus unklar ist, kann man auch nicht wirkungsvoll etwas dagegen tun.

Die sogenannte Sauerstofftherapie hilft nur kurzzeitig und man müßte mehrmals 800 Euro hinblättern. Der Erfolg ist selten positiv und nur von kurzer Dauer.

Manche HNO-Ärzte praktizieren dies auch in ihren eigenen Praxen.

Andere Therapien werden in ausgewählten Kliniken verabreicht.
(z.B. Tinnitusklinik in Bad Arolsen)
Bei chronischem Tinnitus kann dieser nur gelindert werden mit
autogenem Training.

Der anfängliche Schwankschwindel nach der CI-Operation störte mich, doch ich lernte damit umzugehen. Schwankschwindel haben einige CI-Träger nach der Operation. 
Dafür können verschiedene Ursachen möglich
sein. Fakt ist, daß es oft die CI-Träger trifft, die das 40. Lebensjahr überschritten haben.

Man wollte damals gleich nachschauen (wieder öffnen) aber ich verweigerte dies wegen möglicher Komplikationen, die den Zustand verschlimmern könnten und darin wurde ich sogar von einigen HNO-Ärzten unterstützt.
Eine Zeit lang versuchte ich es mit homöopathischen Mitteln (Rökan) oder andere Gingko-Präparate aber sie brachten mir keine Besserung.
Im Sommer 2004 versuchte ich es mit Radfahren auf abseits gelegenen Straßen und Wald- und Feldwegen. Anfangs war es schwierig sich zurecht zu finden aber die Auswirkung tat mir gut.

Doch mit Übungen gegen Schwindel kann mancher dieses Übel noch kompensieren.
Bei anderen CI-Trägern bleibt er ständiger Begleiter, zumindest abgeschwächt in seiner Wirkung. Er tritt aber nicht bei jedem CI-Träger auf.
Mein Schwankschwindel ist jedoch nicht mehr so ausgeprägt wie anfangs. Er verlor sich  im Laufe der Zeit, denn 

Anfang Oktober 2008 machte ich auf Anraten der Phoniatrie Jena ein neues Schwindeltraining für eine Woche mit und mir wurde gesagt, daß die Krankenkasse es neuerdings bezahlt. Aber nur für eine Woche und kein zweites Mal ! 
Mir hat dieses Training im Nachhinein recht gut geholfen. Der Schwankschwindel ist heute kaum noch feststellbar. 

Grund ist, daß der jetzige neue junge Chef der HNO-Klinik Jena, Professor Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius, 2 computergestützte Trainingsprogramme gegen Schwindel für die HNO-Klinik besorgt hatte. Zu Zeiten von Professor Dr. Eggert Beleites war dies noch nicht möglich gewesen.


Das Hörempfinden hat sich jedenfalls sehr zu meinem Vorteil verändert. Vogelstimmen und Musik höre und verstehe ich wieder. Sogar die Musiker & Sänger versteh ich, 
was sie singen. 
Das
war vorher unmöglich. Mit Menschen, die ich früher kaum verstand, kann ich einwandfrei kommunizieren. Allerdings klappt es noch nicht mit allen, da deren Aussprache und Ausdruck für mich nicht immer deutlich sind (Dialekte und Telefonate).
Das gilt auch für das Telefonieren, denn ich mußte vorher ausschließlich vom Mund ablesen. Heute telefoniere ich mit meinem Handy vorerst nur mit Bekannten die ich kenne. 

Das Zubehör "TeleMic" von MEDEL leistete mir anfangs gute Dienste und ich konnte feststellen, daß es wirklich nützt und die Hörqualität beim Vortrag hören, Fernsehen und Rundfunk verbessert. Heute, mit dem OPUS 2 brauche ich es nicht mehr.


Eine Testphase ab Mitte November 2008 für 4 Wochen brachte eine noch bessere Einschätzung als beim bisherigen CI-Typ. Herr Dr.-Ing. Thomas Braunschweig, der Phonetiker, leitete mit seinem Testbefund Wege ein, damit die Krankenkasse eine Verbesserung meiner Höreigenschaften feststellen kann, welches ja als Grund für eine Bewilligung für den OPUS2 verlangt wird. Nun heißt es warten, das die Krankenkasse zustimmt. So  wurde es auch genehmigt. Nun trage ich den OPUS2 mit Zufriedenheit !!!

Zu einem 2. CI wurde mir in der Phoniatrie Jena vor einiger Zeit angeraten, weil nach heutiger Sicht nichts mehr dagegen sprechen kann, daß es für mich schlechter werden könnte. Das muß ich mir aber wegen anderer Auswirkungen noch gut überlegen.

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Auma, eine Kleinstadt in Ostthüringen, zwischen Gera und Schleiz oder Greiz und Pößneck, wurde nach Eheschließung (Ende März 1971) mit meiner Frau Helge, Gerhild Fichtler mein neues Zuhause. 
Im Jahr 2011 bin ich dann inzwischen 39 Jahre verheiratet und habe 2 Söhne im Alter von 36 und 38 Jahren, die gut hören und jeder eine Partnerin hat.

Meine Frau, auch hörbehindert
, hat ihr Hörvermögen durch chronische
Mittelohrvereiterung verloren
und hat nur noch wenig Hörreste. 
Mit guten HdO-Geräten (links und rechts) kann sie viel
mitbekommen und kann derzeit am Telefon besser verstehen als ich. Ohne HdO-Geräte versteht sie auch nur über das Mundablesen.
Ihr wurde ihr auch ein CI empfohlen. Das wäre nur eine Alternative für sie, denn sie traut sich noch nicht dem CI zuzustimmen wegen möglicher negativen Auswirkungen während der Operation.

Schau mal rein unter "Wertvolle Links", da kommt man über einen Link nach Auma!

Von 1973 bis 1978 machte ich ein 5-jähriges Abendstudium mit Hörgesunden an der Fachhochschule in Schmalkalden -Zweigstelle Gera- und erreichte trotz der Kommunikationsbarrieren, die mich begleiteten, mein Ziel als Maschinenbauingenieur mit Fachrichtung Maschinenbautechnologie.
Es erfolgte auch eine Zuerkennung des Titels "
Dipl.Ing.(FH)" durch das Thüringer Ministerium für Wissenschaft und Forschung. Trotz aller Mühen fand ich keine geeignete Arbeitsstelle und die Selbstständigkeit wollte ich mit 60 Jahren nicht mehr wagen.

Ich hatte aber mit  starkem Willen, dennoch ein hohes Ziel erreicht. Denn damals mit einem HdO-Gerät am rechten Ohr und das "Vom-Mund-ablesen" habe ich dies verwirklicht. Dank eines Kommiltonen (Friedrich Golle aus Köckritz) war ich gut dran, da er mir sehr hilfreich war, indem er mir seine Aufzeichungen von den Vorlesungen zur Verfügung stellte, wenn ich den Vorträgen nicht folgen konnte, denn ein Gebärdendolmetscher durch das Land Thüringen (Landesverband der Gehörlosen) stand
mir damals nicht zur Verfügung, weil ihr Landesvorsitzender, Herr Erhard Müller, dies einseitig beurteilte.
(Dozenten mit Vollbart bei den Bildungseinrichtungen waren stets ein Greuel, 
da man bei ihnen schlecht von Mund ablesen kann)

Das CI hätte ich schon damals haben sollen!

Von 1979 bis 1992 arbeitete ich dann als Betriebsmittelkonstrukteur in der Firma 
Lenkgetriebewerk  Triptis (Trabant, LKW W50 und Traktoren). 
Im gleichen Jahr wurde die Firma von der Treuhand liquidiert und ich wurde erstmals in meinem Berufsleben arbeitslos, weil die Nachfolgefirma SEDLMAYER GmbH aus Bruck  bei Regensburg (Bayern) trotz Schwerbehindertenförderung kein Interesse an mir zeigte. 
Ein Neueinstieg als schwerbehinderter Ingenieur mit damals 51 Jahren klappte nie wieder. Bewerbungen bei Firmen in den alten und neuen Bundesländern brachten nichts ein.
Auch die Zentrale Arbeitsvermittlung für schwerbehinderte Akademiker (ZAV) in Frankfurt am Main konnte mir nichts geeignetes anbieten, obwohl immer viel darüber   gesprochen wird und gelobt wurde.
Die Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente) erhielt ich seit 1998, die 2006 endete. 
Sie wurde danach auf die normale Altersrente umgestellt
.

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Datum der letzten Änderung: 30.06.2011